Die Technik des CENTENNIAL 1960 open top Revolver

Der Vorderlader-Revolver CENTENNIAL 1960, der dem Model des Colt 1860 sehr gleicht, aber nicht baugleich ist, hat wie sein Name schon sagt, einen nach oben offenen Rahmen, den "open top"! Die Lauflänge beträgt bei dem Regular New Model Army 8 Zoll. das entspricht ca. 203,2 mm. Das Kaliber beträgt .44 Zoll und die Trommel hat eine Kapazität von 6 Kammern. Der Griff besteht aus Walnussholz, der Abzugsbügel aus Messing und der Rest aus vergütetem Stahl.

Im Laufe der Produktion gab es einige kleine, technische Veränderungen, die aber das Gesamtbild nicht beeinflussten. Die Funktionalität ist bei dem RNMA, Cavalry, Civilian, Marshal und Pocket die selbe. Der Revolver verfügt wie der Santa Barbara über eine Hahnrast, in der der Hammer nicht auf einem Zündhütchen lagert. Den folgenden Text werden die Leser schon vom Santa Barbara her kennen, dass ist auch nicht verwunderlich, da der Vorgang in der Waffe der gleiche ist. Das Rad kann nun nicht zweimal erfunden werden.

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Der Centaure kann mit Schraubendreher und Pistonschlüssel in 34 Einzelteile zerlegt werden.

Hier nochmal die zeichnerische Darstellung mit bezeichnungen, wie sie im ersatzteilversand erhältlich waren.

Man beachte den Vierschraubenrahmen.

Explosionszeichnung Centaure

1. Rahmen / Frame                                                                                    23.Rahmenbolzten / Frame Pin (3)

2. Hammer / Hammer                                                                                 24.Ladepressenkopf / Rear Hammer Pin

3. Lauf / Barrel                                                                                            25.Rolle Hammer / Roller

4. Laufhaltekei l/ Barrel Wedge                                                                   26.Abzugsbügel / Trigger Guard

5. Trommel / Cylinder                                                                                  27.Bolzen Ladestange / Catch Pin

6. Riegel /Loading Lever Catch                                                                     28.frei

7.Transporteur / Hand                                                                                 29.Bolzen Laufhaltekeil / Pin Wedge

8.Griffrahmen / Grip Frame                                                                         30.Rollenbolzen / Roller Pin

9.Ladestangenhalter / Loading Lever Retainer                                           31.Schraube Abzugsbügel / Screw Trigger Guard (1)

10.Abzug / Trigger                                                                                       32.Schrauben Abzugsbügel / Screws Trigger Guard (2)

11.Griff / Grip                                                                                               32.Schrauben Griffrahmen / Screws Gripframe (2)

12.Trommelstopper / Cylinder Stop                                                             33.Schraube Haltekeil / Screw Barrel Wedge (1)

13.Ladestange / Loading Lever                                                                   34. Schraube Ladepressenkopf / Screw rear Hammer Pin

14.Piston / Nipple (6 EA)                                                                             35.Schraube Feder Abzug  / Screw Spring Trigger (1)

15.Korn / Front Sight                                                                                    36.frei

16.Feder Ladestangenhalter / Spring Catch                                                37.Schraube für Hammer / Screw for Hammer (1)

17.Feder Laufhaltekeil / Spring Wedge                                                        38.Schraube für Abzug / Screw for Trigger (1)

18.Feder Transporteur / Spring Hand                                                          39.frei

19.Feder Abzug & Trommelstopper / Trigger & Cylinder Stop Spring         40.Schraube für Trommelstopper / Screw for Cylinder Stop (1)

20.Hauptfeder / Main Spring                                                                        41.Bolzen für Transportsicherung / Safty Pin (6)

21.Trommelachse / Cylinder Axis                                                                42.Schrauben für  Anschlagschaft / Screw Stock (2)

22.Transporteurbolzen / Hand Pin                                                   455. Schraube Griffrahmen / Screw Gripframe (1)

                                                                                                                        

 

Zusammenwirken der Teile

 

Grundsätzlich ist eine Schusswaffe,

egal welcher Art, immer so zu behandeln, als wenn diese geladen sei! Freie Richtung des Laufes auf den Boden oder mindestens einen Meter vor die eigenen Füße! Niemals auf Menschen oder Tiere richten, auch nicht, um Zielübungen abzuhalten!

 

Der Revolver wird vor dem Beladen mit Pulver sorgfältig entölt! Mit dem Daumen wird nun der Hahn in die erste Laderast gebracht. Hierbei wird zum Teil die Federkraft der Hauptfeder überwunden. Der sich nach hinten bewegende Hahn schiebt den Trommeltransporteur nach oben, wobei dieser die Trommel in die erste Laderast bringt. Gleichzeitig wird der Trommelstopper entgegen der Trommelstopperfeder nach unten gedrückt. Nun wird zuerst das Pulver eingefüllt, dann folgt die Filzscheibe, welche mit dem Ladehebel bis zum Anschlag auf das Pulver gedrückt wird.

Nun folgt die Bleikugel, wobei sich ein kleiner feiner Bleiring beim Einpressen von der Kugel abscheren soll. Wieder einmal wird der Ladehebel bis zum Anschlag zurückgedrückt. Hat sich der Bleiring abgeschert, so hat man hier schon die erste verschlossene Kammer. Um sicher zu gehen, dass kein Funke in die anderen Kammern beim abfeuern überschlagen kann, wird zusätzlich noch technische Vaseline oder ein anderes Verschlussmittel über die Kugel als Abschluss der Kammer gebracht. Nun kann die Trommel bequem eine Laderast weiter gedreht werden, ohne den Hahn noch mal bewegen zu müssen. Sind nun die Trommeln richtig geladen, der Sportschütze verwendet immer nur 5 Kammern der Trommel, können die Pistons mit einem Zündhütchen versehen werden. Hierbei ist darauf zu achten, dass das Zündhütchen gerade und fest aufgedrückt wird. Niemals mit einem Gegenstand das Zündhütchen versuchen, auf das Piston zu schlagen! Nun wird der Revolver in die richtige Position zum Ziel gebracht und der Hahn mit dem Daumen in die hinterste Feuerrast gebracht. Der Hahn wird hierzu ganz nach hinten gespannt. Die Hauptfeder, welche sich im Griff befindet, wird nun vollends gespannt. Der Hahn bewegt wieder den Transporteur nach oben und nun wird die Trommel soweit gedreht, dass sich der Hahn direkt in einer Linie mit dem Piston befindet. Gleichzeitig rastet nun der Trommelstopper in der Trommelkerbe ein und blockiert diese. Der Abzug rastet ebenfalls in eine Kerbe des Abzughahnes ein und hindert diesen am wiedervorschnellen. Der Abzug und der Trommelstopper werden mittels Federkraft der Trommelstopperfeder in Position und gespannt gehalten. Der Schütze geht nun mit seinem Schieß - Rhythmus ins Ziel und betätigt den Abzug nach hinten. Der Abzug wird gegen die Federkraft der Trommelstopperfeder, hier hat sie eine Doppelzunge, welche auf beide Bauteile einzeln wirkt, gedrückt. Der Abzug gibt nun den Hahn frei und dieser wird durch die Hauptfeder in die Richtung des Pistons gedrückt. Durch das Vorschnellen des Hahnes wird das Zündhütchen getroffen, wobei dieses einen Feuerstrahl durch den Zündkanal des Pistons leitet. Das Pulver wird durch den Feuerstrahl entzündet und entwickelt nun beim Abbrennen einen so hohen Druck, dass die Bleikugel durch den Lauf getrieben wird. Bedingt dadurch, dass der Lauf über eine spiralförmige Ablaufbahn verfügt, genannt Felder und Züge, wird die Bleikugel um die eigene Achse gedreht und somit in der Flugbahn stabilisiert. Das Bleigeschoss kann nun mit Präzision die Mitte der Zielscheibe durchschlagen! Dieser Vorgang wird nun solange wiederholt, bis die letzte Kammer leer geschossen ist. Anschließende Sicherheitsüberprüfung und Reinigung sind selbstverständlich.

 

Das Gemeimnis der vier Klicks

Besitzer des Centaure lieben es, wenn der Hahn gespannt wird und die vier  "Klicks" deutlich den Gehörgang durchwandern und das Trommelfell streicheln. Nur dann ergibt es ein freudiges Lächeln im Gesicht des FROCS!  Aber wie kommen diese vier Klicks zustande? Vielen bleibt der vierte Klick auch oft verborgen, da das Timming nicht mehr stimmt, oder am Stopper - Handspiel etwas verändert wurde. Verschleiß nicht ausgeschlossen!

Der erste Klick entsteht beim Spannen des Hammers, wobei der Abzug in die erste Kerbe der Laderast greift. Der zweite Klick ertönt beim Überschnappen der Federgabel des Trommelstoppers an der Steuernocke des Hammers. Klick Nummer 3 kommt beim Einrasten in die Feuerraststellung. Zu guter letzt dreht die Trommel in ihre Endlage und dort hört man dann die Arretierung des Trommelstoppers an der Kante der Trommelnut. Klick 4.

 Hahn mit Pfeile

           Laderast                Gabel rutscht über Steuernocke    Abzug in Feuerrast               Trommelstop aktiv

 1. Klick   2. Klick   3. Klick  4. Klick l

 

Abzugsbügel, die unbekannten Wesen!

 M.G. Kopie

 Gloyer MacGloy, FROCS# 158

Nach der erfolgreichen Suche des begehrten Centaure, wird im Anschluss der komplette Revolver zerlegt und nach einem längeren Ölbad gereinigt. Bei der darauffolgenden Begutachtung ist mir bei diesem Trigger Guard aufgefallen, das er schwerer in der Hand liegt, als die davor. Ich startete meine Forschungsserie mit dem wenigen Material, welches mir zur Verfügung stand. Die Tabelle zeigt anschaulich, welche Unterschiede hier zu finden sind. Den Griffrahmen können wir bei der Begutachtung vernachlässigen, da er nur um ein paar wenige Gramm schwankt. Dies mag an dem verschweißen oder bearbeiten, des Rohlings liegen.

Zudem war mir das Glück etwas holt und ich bekam einen originalen Colt Trigger Guard von 1860 via Internet zur Begutachtung. Deutlich ist zu erkennen, dass sich die Form, sowie auch dass Gewicht, sich nicht geändert haben. Die wenige Gramm Unterschied sind der Umrechnung und dem ungenauen Wiegen zu schulden.

Weiterhin konnten wir Dank dem gut verzweigtem Netz der FROCS auf einen Centaure der ersten Stunde oder noch davor zugreifen. RNMA 1/ 1 mit der Seriennummer M 4, M steht für Muster, konnte auch hier zu Vergleichen herangezogen werden.

 

RNMA 1/ 1 M 4

M 4 1.1 Kopie

 

Tabelle der untersuchten Centaure

Type Serial Nr. Date Guard Frame Thickness
Colt 1860 182763 1860 131 g    
RNMA 1/ 1 M 4 1959 136 g    
Civilian 2 C 489 1960 136 g    
Pocket Army 8 1962 136 g    
RNMA 2/1 1868 1962 136 g 72 g 17 mm
Cavalry 1/1 F 865 1963 135 g 73 g 16 mm
RNMA 3/3 9508 1970 116 g 72 g 16 mm
Marshal 1/2 11323 1971 105 g 72 g 14,75 mm
RNMA 4/2 11800 1971 106 g 70 g 15,5 mm
RNMA 5/2 11834 1971 103 g 70 g 14,45 mm
RNMA 5/2 13352 1972 105 g 72 g 15,35 mm
Marshal 1/2 13825 1973 105 g 71 g 15,2 mm

 

 

F 865 mit 135 g von 1963                                                            11834 mit 103 g von 1971

F865 22 Kopie

11834 Kopie

 

Warum veränderte sich der Trigger Guard?

Der ursprüngliche Trigger Guard wurde in den Jahren von 1962 bis 1973 im Bereich der Hauptfederaufnahme stark verändert. Deutlich zu erkennen ist hier der Absatz, in dem die Hauptfeder verschraubt wird.

                         Centaure Trigger Guard                                                Original Colt 182763

Kopie von F865 22

Colt 1860

 

        RNMA 1/ 1 M4 von 1959                                         Pocket 8 von 1962

 

M 4 11 Kopie

Pocket 8 Kopie

 

Civilian C 489 von 1960

C 489 Kopie

In den Jahren wandelte sich die Stufenform zu fast glatt, ohne großen Absatz.

 

Marshal 13825 von 1973


13825 Kopie

Drei Epochen Kopie

 

1971 ging man dann dazu über, fast gänzlich den Absatz verschwinden zu lassen. Dies wurde aber in den darauffolgenden Jahren korrigiert. Das Gewicht änderte sich von 135 g auf zuletzt 104 g. Ebenso die Dicke unterhalb der Federaufnahme. Von 17,00 mm bis hin zu 15,2o mm.

Die Vermutung, dass im Holzgriff der Platz zu gering wurde, konnte widerlegt werden.

Es kann einmal daran gelegen haben, Material einzusparen, was aber eher unwahrscheinlich ist.

Dann könnte der Hersteller, der die Rohlinge geliefert hatte, gewechselt haben,

Ein weiterer Aspekt wäre, dass die Gießform schlicht verbraucht gewesen war.

Meine Vermutung geht allerdings in eine ganz andere Richtung, welche sichtbar wird, wenn wir ein nicht ganz unwesentliches Bauteil dazu nehmen. 

Die Länge und Form der Federn bleibt gleich, was sich jedoch verändert, ist die Federspannung. Einmal wird die Feder aus 1973 sehr weit unten mit der Aufnahme der Schraube durchbohrt und der Federweg ist länger, als noch 1970.


IMG 0026 Kopie

Kopie von IMG 0026 Kopie

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Kraftaufwand und der damit verbundene Kraftweg, war zu Produktionsbeginn sehr groß, wurde in der Mitte durch das abflachen der Stufe etwas entspannt und zum Schluss hin wieder etwas erhöht. Da mir nur ein sehr primitives Hilfsmittel zur Federkraftmessung zur Verfügung stand, konnte ich auch nur sehr ungenau den Kraftaufwand erfassen. Der Unterschied war aber gut mess- und auch fühlbar!

                                                                    Fazit
Die Federspannung betrug zu Beginn 2 kg und wurde dann auf 1 kg herabgesetzt. Dies war letztendlich auch schonender für das Material. Die kg Angabe ist hier nur ein geschätzter Wert, da es sich nicht um ein Präzisionsgerät bei der Ermittlung handelte.

 

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Der  konvertierte  Centaure 

 

Übergabe der konvertierten Centaure Revolver

Von links: Georg “The Fox“ Reitmeyer aka FROCS #213, Karl “Luger Master“ Nedbal aka FROCS #50,

Wolf D. “Long Johns Wolf“ Niederastroth aka FROCS #2, Lutz “Doc Richards“ Viertel aka FROCS #196

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 Der Zahnkranz der Trommel und die Sicherungpine

Um die Trommel drehen zu lassen, benötigt es eine Energie. Diese Energie wird erzeugt, durch das Spannen des Hammers. Der Hammer bewegt sich nach hinten, wobei der Transporteur nach oben gedrückt wird. Dieser greift über die sanfte Anlaufbahn ansteigend in den Zahnkranz (roter Pfeil) und dreht die Trommel weiter. Der Anschein, das die Zahnkränze nie verändert wurden, wird in der Tatsache bestätigt, dass die Trommeln oft ohne Wissen vertauscht wurden und trotzdem problemlos funktionierten. Auch konnten Ersatztrommeln geordert werden, so wie beim RNMA 4/2 mit der Seriennummer 11800. Diese Zusatztrommel ist eine nicht geflutete und trotzdem ist die Funktion tadellos. Dennoch gab es um die Seriennummer 3000 eine leichte Korrektur der Zähne zur Pistonmitte hin. Warum diese technische Operation durchgeführt wurde, entzieht sich unserer Kenntnis. Deshalb Augen auf, beim Ersatzteilekauf!

Die Sicherungpine sitzen zwischen den Pistons und sind durch Spielerei oder Gebrauch immer sehr in Mitleidenschaft gezogen. Bisher wurden diese noch nie erneuert und werden es wahrscheinlich in Zukunft auch nicht mehr. Der Hammer kann auf diesen Pin ruhen und so auch geladen im Holster getragen werden. Natürlich nur in den dafür vorgesehenen Tragebereiche.

       Zahnkranz von 1962                                   Zahnkranz von 1965                       Zahnkranz von 1969                   

 1868 von 1962    4798 63 Kopie   8371 von 1969 

 

       Zahnkranz von 1970                        Zahnkranz von 1972                           Zahnkranz von 1973

9212 von 1970       Centaure 12085 von 1972     14196 von 1973

 

Die Kammerngröße und die Trommelachse 

Informationen zur Kammergröße oder Variante der Trommelachse siehe unter RNMA.

 

 Der Lauf

Die Bohrungen der belgischen Revolver haben eine konstante Drehung, ein flaches Erscheinungsbild und normalerweise 7 Felder und Züge. Eine Reihe von frühen Produktionmodellen mit 6 Felder und Züge sind ebenso bekannt. In den späteren Produktionsjahren einigte man sich bei F.A.U.L auf 8 Felder und Züge, wie sie in vielen RNMA`s und Marshal`s der Herstellungjahre von 1972/ 73 zu finden sind. Sie experimentierten in Belgien aber auch mit 12 Felder und Züge! Der Durchmesser der Laufnut beträgt .445 /.446. Bilder von der Homepage www.1960nma.com

                      7  Felder und Züge                                                                        8 Felder und Züge

      image008                     image010

 

Der frisierte Regular New Model Army

Im neudeutschen würde man von "getunt" sprechen, aber da es den Hintergrund hatte, den Revolver schneller in der Handhabung zu gestalten, sprechen wir unter alten "Autoschraubern" von frisiert! In erster Linie muss man sich der Frage stellen, was möchte ich überhaupt mit solch einer Aktion erreichen? Hier wird ja ein Revolver technisch so bearbeitet, das es nur teilweise rückgängig zu machen ist. Der Centaure ansich hat ja schon ein sehr gutes "timing", muss, oder kann das noch verbessert werden. Es gibt immer Schützen, die Schwören auf solche Büchsenmacherarbeiten, doch gibt es auch andere, die schießen bis hin zu Weltmeisterschaften und haben nur einen original Colt von 1860. Damit kann man auch gewinnen. Letztendlich ist es jedem selber überlassen, ein schönes Original mit solch einer Arbeit Auf- oder Abzuwerten.

Zunächst kann man die Funktion der originalen Transporteurfeder, welche eine Blattfeder ist, durch eine Spiralfeder austauschen. Solch eine Arbeit wurde 2016 mit ca. 250 Euro berechnet, dadurch wird der Revolver aber nicht automatisch 250 Euro mehr wert.

Zuerst wird vom Transporteur die Feder entfernt und der Bereich verschweißt, verschliffen und evtl. gehärtet.

Transporteur original        Transporteur verschweißt   Deutlich zu erkennen, der bearbeitete Unterschied.

Dann muss eine entsprechende Öffnung für die Spiralfeder geschaffen werden. Hierzu wird ein Loch gebohrt, welches nicht wieder rückgängig zu machen ist. Zum Schluss benötigt man eine entsprechende Spiralfeder, einen Paßstift, der auf den Transporteur wirkt, und schon ist das erste "tuning" vollendet. Der Griffrahmen sorgt für das Gegenlager und wird mit den originalen Schrauben befestigt. Ob man nun den Transporteur ohne weiteres wieder durch einen mit Blattfeder austauschen kann, entzieht sich bisher unserer Kenntnis. Um wieviele Millisekunden der Revolver jetzt schneller geworden ist, allerdings auch.

Loch im Body      Transporttuning

 

Die Beschusszeichen

Wie der Santa Barbara, so musste sich auch der CENTENNIAL/ Centaure einem Beschussamt stellen. Die Erprobung wurde nach dem Standardverfahren durchgeführt und somit erhielt der Revolver nach dem europäischen Abkommen die Zulassung für ganz Europa. Die USA brauchen keinen Beschuss, profitierten aber von der sichen Prüfung der Waffe.

Gut zu erkennen sind der zu Anfang ausgelieferte Revolver ohne Logo, dann mit dem Rampant Centaure und zuguterletzt den Walking Centaure.

Des Weiteren gab es vier verschiedene Laufbeschriftungen. Die gravierten Modelle hatten keine, verfgügen aber, das war so gesetzlich vorgeschrieben, über die Abnahmestempel. 

Die Laufbeschriftung war:

"1960 NEW MODEL ARMY"

"1960 NEW MODEL ARMY"     CENTENNIAL TRADE MARK

"1960 NEW MODEL ARMY"     CENTENNIAL TRADE MARK CHICAGO U.S.A.

CENTENNIAL TRADE MARK   "1960 NEW MODEL ARMY"

 

Perioden der Centaure-Beschusszeichen (nach dem aktuellen Stand der Centaure-Forschung)

Periode 1: 1959 bis 26.02.1968

Linke Seite Laufansatz: CAL. .44, Inspektorenzeichen, Perron, R über Krone
Linke Seite Rahmen: Inspektorenzeichen, Perron
Trommel: Inspektorenzeichen, ELG im Oval

CENTENNIAL ohne Logo

Periode 1

 

Rampant Centaure

Periode 1.1


Periode 2: nur ca. März 1968/etwa 100 Stück, mit wenigen Transitions aus Periode 1

Linke Seite Laufansatz: CAL. .44, Perron
Linke Seite Rahmen: Perron
Trommel: ELG im Oval

Walking Centaure

Periode 2


Periode 3: ca. 04/1968 bis 1971 (1970/71 Überganszeit zu Periode 4)

Linke Seite Laufansatz: Perron
Linke Seite Rahmen; Perron
Trommel: ELG im Oval

Periode 3


Periode 4: 1970 bis Ende der Herstellung Sommer 1973

Linke Seite Laufansatz: CAL. .44, Perron
Linke Seite Rahmen: Perron
Trommel: ELG im Oval

Periode 4

 

Periode 4.1

 

Periode 4.2

 

Periode 4.3

 

Laborierung meines Centaure

(persönliche Einschätzung)

Es ist eine Wissenschaft für sich, welches Pulver mit welchem Zündhütchen und dann noch das geeignete Zwischenmittel zu finden. Die erfahrung zeigt, dass man dies nur durch ausprobieren hin bekommt. Wer dazu das Orakel fragen muss, bitte schön, alles ist erlaubt, solange es ungefährlich bleibt! Das Pulver sollte stets in kleinen Glasampullen gelagert und auch in die Trommel eingeschüttet werden, so kann der Funke, nicht mal statisch, überspringen

Am geeignetesten ist die mechanische Waage, sie reagiert auf jedes Körnchen. Hier sieht man die Einstellung von 23,7 Grain.

505

Natürlich kann man auch die digitale Version nehmen, aber hier muss man wissen, dass nur alle ca. 0,3 Grain eine Veränderung angezeigt wird. 23,1 Grain entsprechen hier 1,5 Gramm. 

Grain    Gramm

Ich habe gute Erfahrungen mit den 23 Grain gemacht. Bei Centauren sollte man aber wissen, welche der drei Trommelgrößen der Revolver  hat.

 

 Die Kugelzange

Im Zubehörprogramm konnte man auch diverse Kugelzangen Made in Belgium erwerben. Es standen genau zwei Varianten zur Verfügung. Einmal in Messing und die andere Variante war einfach in Stahl gehalten. Bisher sind diese Werkzeuge sehr selten in Europa und ebenso selten auf der Bildfläche erschienen. Es wurde wahrscheinlich bewußt die klassische Coltform der Griffe gewählt. In einer Werbeanzeige wird expliziet auf die eigens für Centennial hergestellte Zange hingewiesen.

1970 origi 2 Kopie

Diese Zange wurde allerdings, aller Wahrscheinlichkeit nach, für den Benutzer modifiziert,

oder gibt es doch drei Variationen?

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                                Klassisch in der Duoform für Rundkugel und Spitzgeschoß

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                         Made in Belgium und Centennial sind nur auf den echten Kugelzangen eingeschlagen

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 Kugelzange aus Messing, unbefummelt!

                 Centennial Zange 1           Centennial Zange 4        Centennial Zange 8        

Centennial Zange 2  Centennial Zange 7  Centennial Zange 3

 Centennial Zange 5

 

 Kleine Geschichte zur eisernen Kugelzange von Michael "Socks" Mayer

Socks Michael "Socks" Mayer, FROCS # 30

Als wir damals das Centaure Buch komponierten, gefiel mir eine Stelle ganz besonders gut, nämlich die Seite mit den Centaure Kugelzangen!

Zange Stahl 2

 

Ich fand immer, dass das Bildarrangement besonders gut gelungen war. Aber auch das Thema fand ich außerordentlich interessant. Vielleicht faszinierte mich auch daran, dass diese Kugelzangen so außerordentlich selten sind. Ich begann also, sie im World Wide Web zu suchen.
Nach einigen Jahren der Suche fand im Juni diesen Jahres ich eine solche Kugelzange im Netz. Sie war aus Messing und wurde in Lone Oak, Texas, angeboten. mein Preisvorschlag wurde akzeptiert und nur ein paar Tage nach meinem Geburtstag am 12. August geliefert. Diese Kugelzange ist in einem sehr gutem Zustand und nachdem ich am Abscherblech den Rost entfernt und das Messing ein wenig aufpoliert hatte, wirkte sie wie neu.
Damit war ich aber nicht zufrieden, wollte ich doch auch die seltene Kugelzange in Stahl besitzen. Und der Zufall spielte mir in die Hände. Nachdem ich wieder das Netz mit den Suchbegriffen "Centennial Bullet Mould", "Belgium Bullet Mold" oder "Chicago Bullet Mold" und weiteren Begriffen durchforstet hatte, fand ich eine Stahl-Kugelzange im amerikanischen Ebay. Das war am 5. August 2020

Zange Stahl 1  Zange Stahl 5
Die Kugelzange war vom damaligen Besitzer modifiziert worden. Um damit wirklich Geschosse zu gießen, schweißte er an die Griffe Schrauben, an denen Holzgriffe befestigt wurden. Ein Sakrileg, das seltene Stück so zu entweihen. Sicher war dem Besitzer die Kostbarkeit nicht bewusst und er wollte einfach nur Kugeln damit gießen. Wie auch immer, ich dachte mir, es sei nicht so schwer den originalen Zustand wieder herzustellen und suchte nach einer Möglichkeit, die Kugelzange zu erwerben.
Leider schloss der Verkäufer internationalen Versand aus. Ich wendete mich an Wolf. D. Niederastroth, der wiederum unseren Freund James "Paden" Frugé in Lubbock, Texas, um Hilfe ersuchte. Paden stimmte sofort zu, erwarb die Zange per Sofortkauf und schickte mir die Zange zu. Seine Kosten sowie das Porto schickte ich Paden per Paypal. Die Transaktion lief dank Paden völlig problemlos und ich bin immer noch begeistert, wie einsatzfreudig Paden die Sache in die Hand nahm. Das ist der wahre Geist der FROCS-Gemeinde!

Zange Stahl 3  Zange Stahl 4

Der Transport der Kugelzange dauerte dann aber doch einige Wochen und ich wurde schon langsam unruhig. Am 25. September 2020 bekam ich Post von der Zollbehörde – die Kugelzange war da. Als ich sie am darauffolgenden Montag beim Zoll abholte, konnte ich den Beamten davon überzeugen, dass das ein gebrauchtes Werkzeug war, dessen Neuwert sich auf ca. 45 Euro belaufen würde und so benutzt eigentlich keinen großen Wert darstellte. Nachdem ich auch noch glaubhaft machen konnte, dass der Gegenstand keinerlei Gefährdung darstellt, konnte ich das Päckchen mitnehmen, ohne etwas zu bezahlen! Ich war wirklich happy! Zuhause gab ich natürlich keine Ruhe und machte mich gleich an die Restaurierung. Leider machte ich keine Bilder vom Zustand vorher. Ich entfernte die Holzgriffe, sägte die angeschweißten Schrauben ab und schliff die Griffe, bis Schweißrückstände und Hartlot (!?) beseitigt waren. Dann polierte ich die Griffe und brachte Kaltbrünierung auf. Die Griffe haben nun ein glatteres Finish, als der Rest der Kugelzange, aber das stört mich nicht. Ich restaurierte noch die vermurkste Schraube des Abscherblechs und brünierte sie.

Schraube01  Schraube02
Die Centaure Kugelzange aus Stahl ist nun ein Schmuckstück und gemeinsam mit ihrer Schwester aus Messing ein ganz besonderes Highlight meiner Sammlung!

 

 F 11514 bekommt seinen Griff zurück

Lange haben wir nach dem originalen Griff für den seltenen Marshal 2. Variation / 2. Subvariation gesucht, aber nicht gefunden. Einem anderen glücklichen Umstand ist es nun zu verdanken, dass wir einen originalen Rohling aus der Fabrik F.A.U.L. erhalten haben, der die letzten 50 Jahre trocken mit anderen Griffen zusammen bei einem FROCS schlummerte. Den linken Rohling haben wir dann auserkoren, ein Teil vom seltenen Marshal 2/ 2 zu werden.

Rohlinge  P6240021 LI

Deutlich ist zu erkennen, dass der Griff einmal an einem anderen Revolver angepaßt wurde. Außerdem stimmt die eingeschlagene Nummer 88 nicht zum Revolver F11514. Der Griff harmonisiert nicht mit dem Abzugsbügel, der sich bis zum Griffrahmen nach unten erstreckt.

F11514 2 F11514. 3                                                                                     

Zunächst muss der Grif angepaßt werden. Dazu ist es notwendig, sich vorher die Konturen mit einem Bleistift aufzuzeichen.

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Der Griff muss immer wieder zu Kontrollzwecken angebaut werden. Schnell hat man zuviel entfert, dass kann man dann nicht mehr rückgängig machen. Zwischenzeitlich muss der Griff zweimal gewässert werden, damit sich die Fasern aufstellen können. So kann dann nochmal mit Schleifpapier mit einer 400ter Körnung abgeschliffen werden. Dann folgt das Beizen und anschließend der Ölschliff. Wäre das Medaillion übertrieben, wir hätten es auf jeden Fall 1973 bestellt.

20200628 150613   20200628 185359  20200707 075859 20200628 185837

Das entgültige Finish wurde mit Beize und anschließendem Öl hergestellt. Der Farbton könnte etwas heller sein. Mit jedem Griff lernen wir mehr dazu. In die Sonne legen hilft manchmal auch, das Holz aufzuhellen.

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20200708 082758  20200708 082820

 

Pistonrohling direkt aus dem Fundus der Fabrik F.A.U.L.

Das Piston hat die beiden Aufgaben, das Zündhütchen zu halten und den Feuerstrahl auf das Pulver lenken. Der Hammer schlägt nicht auf das Piston, wie fälschlicherweise viele Schützen meinen, oder glauben. In der Vergangenheit hat man mit Pistons experimentiert, die einen Feuerkanal in Kreuzschlitzform wie der Kopf einer  Schraube hatten. Ein Versuch zeigte, dass die Kreuzpistons einen Feuerball im Inneren der Trommelkamnmer erzeugten und die normalen einen gerichtete, sehr starken Feuerstrahl. Die Funktion ist bei beiden gegeben. Man kann nach einem Schuss auch nicht sagen, welches Hütchen welchen Schuss ausgelöst hat. Bei Papierpatronen empfiehlt sich aber das normale Piston!

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Aus der gleichen Quelle wie unser Griff, stammen auch die Pistonrohlinge, die damals nicht mehr bearbeitet und ausgelierfert wurden. Zunächst galt es, die richtigen Maße zu finden. Die hier wurden uns vom Büchsenmachermeister Karl Nedball, Österreich, zur Verfügung gestellt, der für seine herlichen Umbauten und selbstgebauten Vorderladerrevolver in der Szene bekannt ist. Siehe Bericht vorher! Für die Bohrung werden ein 1,8 mm Bohrer benötigt und ein 0,8 mm Bohrer. der letztere paßt aber nicht in herkömmliche Bohrmaschinen, da deren Futter nur bis 1 mm im Durchmesser aufgenommen werden kann. Es empfiehlt sich vor der Bearbeitung, die Flanken für den Pistonschlüssel zu erstellen. 

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Nach dem Bohren geht es weiter mit dem Härten.

 

Ausführung und Auszug eines Berichtes von 2011, verfaßt von Michael "Socks" Mayer 

Michael Mayer Januar 2011

Fortsetzung des Berichts Centaures beim CAS:

.....

Im oben genannten Bereicht habe ich von kleinen Schwierigkeiten auf der Stage mit Pistons und Zündhütchen berichtet und wollte dem Problem "wissenschaftlich" auf die Spur kommen. Folgende Ergebnisse und Schlussfolgerungen sind vielleicht nicht nur für Centaure-Besitzer, die ihre alten Schätzchen sportlich einsetzen wollen, sondern auch für die Besitzer anderer Vorderlader-Revolver interessant.

Die Größe des Pistongewindes wird auf der Website von Wolf. D. Niederastroth mit M6 x 0,75 angegeben. Tatsächlich passen Ersatzpistons mit diesem Gewinde ganz schlecht, lassen sich nur mit Gewalt einschrauben. Diese Pistons so zu verwenden, ist keine gute Lösung. Die Gefahr, dass eines abreißt oder Gewinde vermurkst werden, ist einfach zu groß.
Ein Piston mit ähnlichem Zollgewinde ist eines in .225 x 32, was dem Gewinde für originale Colts entspricht. Dieses Piston lässt sich leicht einschrauben - zu leicht. Und hinterlässt dabei auch kein gutes Gefühl.

Verzweifelt nach einer Lösung suchend habe ich alle Gewinde mit digitalem Messschieber und Lupe genau untersucht. Tatsächlich bin ich zur Erkenntnis gelangt, dass

1.das Centaure-Gewinde sowohl in der Trommel als auch am Piston schlecht geschnitten ist (sehr grob, stark            gebrochene Kanten etc.),

2.das Gewinde kein heute gängiges, aber am ehesten mit M6 x 0,75 vergleichbar ist.

Tatsächlich hat das Centaure-Gewinde eine andere Steigung, wahrscheinlich so um M6 x 0,70 (siehe Vergleich mit Gewindebohrer im Bild). Ein in der Centaure-Trommel mit einem M6 X 0,75 Gewindebohrer nachgeschnittenes Gewinde deckt sich auf den ersten sechs Gewindegängen mit dem alten Gewinde. Originale Pistons haben vier, nachgekaufte Pistons in der Regel fünf bis sechs Gewindegänge. Da nach alter Gewindeweisheit die Hauptbelastung auf einem Gewindegang liegt, sehe ich da also kein Sicherheitsrisiko.
Das Nachschneiden der Gewinde in der Trommel ist natürlich Arbeit für einen Büchsenmacher und erfordert einen Neubeschuss, wollte ich zwischendurch nur mal so erwähnen.

Pistons der Größe M6 x 0,75 sind überall erhältlich und deshalb ist die Verwendung dieser Größe von Vorteil.

Das Gewindeproblem hätten wir also geklärt. Doch da gibt es noch ein anderes Problem: Die Länge des Pistons.
So gut wie kein Anbieter von Zubehör für Vorderlader gibt in seinem Katalog oder auf seiner Website die Länge der angebotenen Pistons an.
Bei einer einschüssigen Pistole oder einem Gewehr ist die Länge des Pistons in der Regel auch von geringerem Interesse. Nicht so beim Revolver.
Im Extremfall würde bei einem zu kurzen Piston der Hammer das Zündhütchen nicht erreichen oder bei zu langem Pistons die Trommel nicht mehr drehen (merkt man natürlich erst, wenn die Zündhütchen aufgesetzt sind). Beides habe ich schon bei den vielen Pistons, die ich probierte, erlebt. Die richtige Höhe des Pistons ist dann vorhanden, wenn sich die Trommel bei aufgesetzten Zündern leicht drehen lässt und der Hahn in der abgeschlagenen Stellung das Piston ohne Zünder nicht erreicht. Eigentlich alle der von mir bei unterschiedlichsten Anbietern besorgten Pistons sind hier nicht ideal und müssen mühsam in der Höhe abgedreht werden (wenn sie denn übermaßig sind, es gibt auch genügend Pistons, die schlicht zu kurz sind). Das ist besonders aufwendig, da der Konus für das Zündhütchen im richtigen Durchmesser (auch hier himmelweite Unterschiede) beibehalten werden muss.

pi

Warum, zum Teufel, können Zubehör-Anbieter nicht die kompletten Maße der Pistons angeben? Die meisten Händler, denen ich das Problem am Telefon schilderte, wollten die Problemstellung gar nicht erkennen und meinten, die Pistons würden schon passen. Taten sie aber nicht.

Die meisten Schützen stört das beim Scheibenschießen vielleicht nicht, wenn mal ein Versager durch nicht perfekt passende Pistons auftritt, beim Cowboy-Action-Schießen ist das aber sehr ärgerlich, weil jeder Fehlschuss fünf Sekunden Zeitstrafe bedeutet. Es mag auch sein, dass die meisten Standard-Replikas mit Standard-Pistons (die, es, wie festgestellt, gar nicht gibt) funktionieren, aber bei meinen über 40 Jahre alten Centauren ist das nicht der Fall. Es bleibt also nur der Weg über die Drehbank, um übermaßige Pistons auf die perfekten Abmessungen zu bringen. Übrigens muss auch immer der Bund abgedreht werden. Der ist bei Ersatzpistons fast immer knapp 8 Millimeter, beim Centaure können wir aber nur ca. 7,5 Millimeter gebrauchen. Das Abdrehen des Bundes ist allerdings recht einfach und nicht so aufwändig wie das Anpassen in der Höhe.

Wenn die Pistons fertig sind, werde ich meine Versuchsreihe fortsetzen und ggf. weiter berichten.

So long

Lederstrumpf

Abzugsbügel die Zweite!

Bei näherer Betrachtung einiger Centaure Revolver fällt uns auf, dass die Abstände zwischen dem Abzug und der hinteren Kante des Abzugbügels verschieden erscheinen. Der Sache sind wir mal auf den Grund gegangen und haben spontan und wahllos mal 11 Kandidaten vermessen.

 1868 nma 2.1 4  9508 26  20190909 112926 2

Verschiedene Abstände findet man über den gesamten Zeitraum der hergestellten Revolver, bei Gussteile darf die Norm nach Din auf 10 mm +/- 1mm betragen.

     Messung 1,                               Messung 2,                                                      Messung 3,

      die Stärke                            das Gesamtmaß                              Abstand zwischen Abzug und hinterem Bügel

20200713 084300  20200713 084354  20200713 084414

                  Das Ergebnis ist somit messbar, aber auch erklärbar durch die Toleranzen.

Variation und Subvariation Serialnr. 1 Stärke 2 gesamt 3 Abstand
Marshal 2.Variation/ 2.Subvariation 11514 2,70 mm 33,10 mm 7,00 mm
RNMA 1.Variation/   2.Subvariation 14196 2,70 mm 31,20 mm 7,00 mm
RNMA 2.Variation/   1.Subvariation 2745 2,70 mm 30,65 mm 3,00 mm
Marshal 2.Variation/ 1.Subvariation 13825 2,70 mm 31,40 mm 6,55 mm
RNMA 3.Variation/   2.Subvariation 4798 2,40 mm 31,30 mm 6,65 mm
Cavalry 2.Variation/  2.Subvariation F11134 2,65 mm 31,20 mm 6,00 mm
              Civilian 2. Variation C489 2,70 mm 31,00 mm 5,20 mm
RNMA 3.Variation/    3.Subvariation 9508 2,20 mm 31,20 mm 6,45 mm
Marshal 1.Variation/  1.Subvariation 12085 2,65 mm 31,15 mm 6,55 mm
Cavalry 1.Variation/   1.Subvariation F865 2,70 mm 31,45 mm 4,90 mm
Marshal 1.Variation/   2.Subvariation 13818 2,75 mm 31,40 mm 6,70 mm
RNMA 1.Variation/     2.Subvariation 1338 3,00 mm 31,40 mm 4,70 mm
RNMA 1.Variation/     2.Subvariation 12013 2,70 mm 31,70 mm 7,30 mm

 

Restaurierung des Revolvergriffes, inklusive des Messingbügels

Bei der Auflösung eines Büchsenmacherhaushalts kam der fast neuwertige RNMA 1. Variation, 2. Subvariation zu Tage. Leider wurde bei RNMA mit der Seriennummer 10422, der neuwertig und ungeschossen daher kommt, versucht, einen Uberti-Tiffanigriff zu installieren. Hierzu wurde der originale Holzgriff und auch der Griffrücken abgebaut und verschwand in eine andere Schublade. Wir kennen diese Ausfertigung schon etwas länger, doch nun tauchte er wieder auf. Der Griff wurde nie professionel angebracht.

10422 2   20200125 164737 20200125 164743

Die Schraubenlöcher waren nicht mit dem des Centauren in einer Flucht und auch der Abzugsbügel aus Messing wurde um ca. 15 mm gekürzt. Darauf folgte im Inneren, dass die Feder nach oben wandern musste und eine enorme Spannung auf den Hahn ausübte.

Zuerst muss das fehlende Stück im Messinggriff vermessen werden. Hierbei müssen wir auch noch die Wulst für die Hauptschlagfeder beachten. Ein Messingklotz mit den Maßen 22 mm x 11 mm x  16 mm muss nun eingearbeitet werden. Glück haben wir bei dem Unternehmen, da ein originaler Griffrohling zur Verfügung stand. Den Stahlrücken konnten wir durch ein Ersatzteil aus unserer Ersatzteilkiste ersetzen. 

10422 1  10422 2 10422 3

 

 

 

 

 

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