Kaufberatung für den Santa Barbara 1858

Grundsätzlich gilt es, dass jeder Artikel immer soviel Wert ist, wie jemand vermag, dafür zu bezahlen!

Eine Sammlung mit der Revolvervielfalt der Santa Barbara aufzubauen, ist bisher noch nicht weit verbreitet und bietet noch derzeit  in den Auktionshäusern schöne Schnäppchen. Wer meint, es gibt nur die vier Grundvarianten inklusive der gravierten, der irrt sich gewaltig! Gerade bei den gravierten Modellen gibt es viele verschiedene Variationen. Mit Sicherheit aber ist der Santa Barbara derzeit ein Geheimtipp, um eine wertvolle Sammlung aufzubauen. Die relativ geringe Stückzahl machen ihn so interessant. Nach neusten Erkenntnissen hat ein Santa Barbara auch immer platz gefunden, in Sammlungen von Centauren, Uberties oder anderen Vorderladerrevolvern.

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Zunächst sollte man das Bauchgefühl mit einbringen, was einem schon von Anfang an "schwer im Magern liegt", oder wo die Alarmglocken im Kopf angehen und läuten, da sollte man gleich die Finger von lassen, es sei denn, es ist so günstig, dass es schon einem Diebstahl gleich kommt. Die folgenden Punkte sollten einfach abgearbeitet werden, sind aber letztendlich keine Garantie dafür, ein makelloses Stück in Händen zu halten. Vorsicht ist immer geboten, wenn es heißt: "Ungeschossen"! Was suche ich überhaupt? Plain Jane oder einen von den gravierten Modellen. Der Plain Jane wurde am häufigsten Produziert, dann kommen die gravierten Modelle Typ 2 und Typ 3. Weniger wurden von den damals günstigen Einsteigermodel Typ 1 verkauft, weshalb sie heute zu den seltenen Stücken zählen. Ob die Serie "0" zu den Typ 1 gehört, muss noch erforscht werden. Ebenso fehlt noch der Beweis, dass es zweifarbige Modelle ab Werk gab. In Zeitschriften wurden sie jedenfalls wie auch die vernickelten Versionen nicht angeboten. Fakt ist heute schon, dass es sich lohnt, einen von diesen ca. 16500 produzierten in eine Sammlung zu vereinen. Das schöne bei dem Santa Barbara ist, dass es nicht soviele Variationen mit seinen Subvariationen gibt, wie beispielsweise beim Centaure Revolver. Ein guter Sammler versucht natürlich alle Modelle und auch Variationen zu bekommen, das fängt mit einem Santa Barbara an, der die Seriennummer noch im Griff hat, mit Schwalbenschwanzkorn, dann mit eingelötetem Korn, somit hätten wir schon zwei. Wo soll es enden? Ich kann nur viel Erfolg bei der Jagd wünschen und auch nachvollziehen, wie es sich anfühlt, die Sammlung stendig zu erweitern und zu komplettieren.

Schießen sollten sie alle gleich, egal ob glattes Aussehen oder "gravierte Version".

Die äußere Erscheinung:

Hat er das glanzvolle, tiefschwarze Erscheinungsbild durchgängig, oder haben sich Rost, Dreck oder anderes abgelagert?

Das Marinegold ist hier nicht schwer zu erkennen. Das dieser traurige Anblick nur von einer schlampigen Pflege herrührt, läßt kaum einen Käufer im Zweifel. Die Beanspruchung der Teile war hier schon erheblich. Wenn der Dreck schon in den Schrauben haftet, dann wird der Lauf auch nicht besser aussehen. Ein Revolver sollte von Zeit zu Zeit doch mal zerlegt werden, damit solche Bilder erst gar nicht entstehen.

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Der Kolben der Ladepresse sollte schon noch scharfkantig sein und keine platten Nasen haben. Ebenso sieht man hier an der Trommelachse schon die sich bildende Magnumrille. Ersatzteile sind schwer zu bekommen und wer kein handwerkliches Geschick aufweist, dem bleibt nur der teure Weg zum Büchsenmacher.

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Die Trommel:

Hat die Trommel eine Laufspur, wenn ja, wie tief ist sie? Eine Laufspur entsteht schnell auch nur durch das bespielen. Leider kann man die Spur nicht herausfeilen oder schleifen. Die ist für ewig in die Trommeloberfläche eingefräst. Bisher wissen wir nur, dass sie unschön aussieht, aber keinen wirklichen Nachteil darstellt. Man muss nur erkennen, ist sie leicht, oder doch schon etwas tiefer? Die Nuten in die der Trommelstopper einrastet, sollten am Rand ebenfalls noch scharfkantig sein.

       Trommelspur              20200323 101230                 SB Trommel glatt 

 

Die Trommelkammern selber müssen ebenfalls rostfrei und sauber sein. Ein Blick mit der Taschenlampe zeigt schnell, wer richtig gereinigt hat und wer nicht. Sind am Eingangsbereich Ausbrüche erkennbar, dann wurde der Ladezylinder ohne Verstand hineingepreßt, oder aber zu harte Kugeln verwendet, die auch noch zu groß waren. Gebrauchsspuren sind normal, aber es sollten keine Beschädigungen sichtbar sein. 

                        20200323 101243                  Rost Ausbruch

 

Die Griffe:

Sind die Griffe original vorhanden, einmal abgeschraubt und auf die Innenseite gesehen, sollten auf beiden die Seriennummern des santa barbara revolvers dort handgeschrieben vorzufinden sein. Bei ungeschossenen Modellen finden wir auch noch die handgeschriebene Seriennummer im Abzugsbügel, dazu muss er ebenfalls entfernt werden. Wenn die Nummern nicht mehr bei einem gebrauchten Stück vorhanden sein sollten, heißt es nicht, dass sie nicht auch original sind. Der Filzschreiber kann natürlich bei intensiver Pflege abreiben. Auch verschiedenfarbige Ausführungen sind bekannt und gehören zum äußeren Erscheinungsbild. Ob geölt oder lackiert spielt letztendlich keine Rolle und sind nur Geschmachsache.Im Wert mindernd ist es, wenn der Griff verschnitten oder gar ausgetauscht und als original nicht mehr vorhanden ist. Es gab in den siebziger Jahren in den USA von der Firma CVA elfenbeinfarbige Griffschalen, die selten bis überhaupt nicht bekannt sind, schon gar nicht in Europa,  sehr rar, aber auch hier sollten die originalen dabei sein.

          original in verschiedenen Farben                            mit handgeschriebener Nummer             aber nicht verschnitten               oder ausgetauscht

 Kopie von Einzelteile 1    Kopie von Santa Barbara Details 3      Verschnitt Griff     Horngriff

 

Lauf:

Der Lauf sollte scharfkantige Felder und Züge aufweisen, keine Ausbrüche haben und vor allem keine Aufbauchungen, was von einer Stauchung innerhalb des Laufes der Kugeln verursacht worden sein kann! Zum Lauf gehört natürlich auch das Korn, welches eingelötet oder aber als Schwalbenschwanzausführung eingesetzt worden sein kann. Letzteres ist auch vom Werk aus ausgeliefert worden, würde aber nie so aussehen, wie im Bild Nummer 2. Bisher unbekannt ist, ob der Käufer einen Einfluss auf die Ausführung hatte. Zum Schlüss muss noch die Seriennummer stimmig sein. Zu finden direkt unter dem Lauf, oder aber wenn es sich um eines der ersten Modelle handelt, unter der Griffschale. Vorsicht bei Santa Barbara Modelle, wo die Nummer überstempelt worden ist. Hier sollte unbedingt geklärt werden, warum und durch wen das geschehen ist.  

20200324 102125    Korn nachgemacht     Korn normal    umgestemp

 

Trommelachse:

Bei der Trommelachse ist unbedingt darauf zu achten, dass es keine Magnumrille gibt. Diese eingebrannte Kerbe kann nur durch sehr handwerkliches Geschick repariert werden. Die Ursache liegt beim häufigen Gebrauch. Trotz Magnumrille muss aber nicht gleichzeitig eine tiefe Trommelspur auf dem Zylinder gegeben sein. Ersatz ist so gut wie überhaupt nicht auffindbar. 

   Zinker 6     Zinker 3  

Timing und Spaltmaße

Das das Timming stimmig sein muss, sollte jedem klar sein. Der Santa Barbara hat weder Spiel in der Längs- noch in der Querrichtung der Trommel. Das Spaltmaß zwischen Trommel und Laufwurzel beträgt weniger als ein Blatt Papier dick ist. 0, (WERT) ... mm sollte man hier mit einer Fühlerlehre messen. Trommelmaß ist auch gleichzeitig Laufmaß. 

Bei diesem Schadensbild ist unklar, ob das Piston mal unfachmänisch ausgebohrt wurde, oder aber die Schlagfeder war mal zu stark vorgespannt und hat in den Jahren an selbiger nachgelassen. Der Hahn wird gespannt und verliert in der Drehung den Halt und schnellt ungewollt vorzeitig in die Trommel.

8700299.562291580

Beschusszeichen

Die Beschusszeichen sind wichtig und sollten sich auf der Trommel, dem Lauf und dem Rahmen befinden. Manchmal wurden die herkömmlichen Beschusszeichen durch nochmaliges Prüfen eines Beschussamtes bestempelt. Dies macht den Revolver nicht unbedingt wertvoller, oder seltener. Es sieht eher unschön aus. Der Santa verfügt über keinerlei versteckte Codes in der Stempelung. Das Alter läßt sich nur über die Tabelle und der Seriennummer unter Datensammlung in Erfahrung bringen.

 

Karton und Papiere:

Der Karton mit dem entsprechenden Zubehör ist nur noch das I-Tüpfelchen was dem neuen Besitzer zu Freudensprüngen veranlasst. Meist ist die Seriennummer mit einem Stift auf den Karton geschrieben. Hier sollte man nehmen, was da ist und nicht groß verhandeln. Kartons sind absolute Mangelware. Eher hat man da das Glück die Papiere zum Revolver zu erhalten. Solch ein Packet wertet das ganze um ein paar Euro auf. 

Nur5 Karton     Pistonschlüssel SB

                                      Karton mit Papiere und dem Pistonschlüssel in  perfektem Zustand findet man nur ganz selten.

Zwei Beipackzettel gehören zur Grundausstattung des Revolvers. Auf den Stirnseiten findet man die Modelbezeichnung und auf der anderen Seite die Seriennummer mit jeweils einem Aufkleber.Im Karton selbst befiindet sich noch ein Siegel mit Band und ein Pistonschlüssel.

 

  SN auf Karton      Standard  

 

 

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